Vor zehn Jahren war die Antwort einfach: Wer SEO-Power bündeln will, packt seinen Blog in ein Verzeichnis (example.com/blog), nicht auf eine Subdomain (blog.example.com). Subdomains, hieß es, würden von Google als „eigene Site" behandelt und vom Trust der Hauptdomain abgeschnitten.
Diese Aussage stimmt heute nur noch eingeschränkt. John Mueller von Google hat in mehreren Q&As der letzten Jahre klar gesagt: Subdomain und Verzeichnis werden mittlerweile sehr ähnlich behandelt. Was hat sich geändert?
Der Wandel im Crawling-Modell
Früher hatte jede Subdomain ein eigenes Crawl-Budget. Wer drei Subdomains betrieb, musste sich das Budget der Hauptdomain dreifach teilen. Heute betrachtet Google verwandte Subdomains stärker als Einheit – wenn die thematische Verwandtschaft erkennbar ist und die internen Verlinkungen stimmen.
Was Subdomains heute trotzdem schwerer macht
- Backlink-Equity wird langsamer geteilt. Ein neuer Blog auf
blog.example.combraucht länger, bis er von Backlinks der Hauptdomain profitiert. - Brand-Signale werden separat gesammelt. CTR, Brand-Searches, Direkt-Traffic – Google misst das pro Hostname.
- Topical Authority baut sich pro Subdomain auf. Eine SEO-Hauptdomain wird nicht automatisch als Autorität für „Camping" wahrgenommen, nur weil
camping.example.comexistiert.
Wann Subdomains 2026 Sinn ergeben
Aus heutiger Sicht: Wenn die Themen-Trennung wirklich groß ist. Eine Versicherungsagentur, die einen Auto-Blog betreibt, ist im Verzeichnis besser aufgehoben. Ein Verlag, der drei thematisch komplett unterschiedliche Magazine herausgibt, ist mit Subdomains besser dran. Und ein Themen-Hub wie Domain-Root.de mit 25 völlig verschiedenen Themen kommt um Subdomains gar nicht herum – das wäre als monolithische Site nicht mehr beherrschbar.
Praktische Faustregel
Wenn du dich fragst: „Würde dieses Thema auch in der Hauptnavigation der Hauptseite passen?" – wenn ja: Verzeichnis. Wenn nein: Subdomain. Und in beiden Fällen: gute interne Verlinkung, sauberes Schema-Markup, technisch solide Umsetzung.