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Reverse-DNS und PTR-Records: Wann brauche ich das?

Vom A-Record zum PTR-Record: Warum Mailserver ohne korrekten Reverse-DNS in Spam-Ordnern landen und wie man ihn setzt.

Wenn du eine IP-Adresse hast und herausfinden willst, welche Domain dazu gehört, fragst du nicht den A-Record (der geht andersrum), sondern den PTR-Record. Das ist Reverse-DNS. Klingt nerdig – ist aber für Mailserver der Unterschied zwischen Spam-Ordner und Posteingang.

Wie Reverse-DNS technisch funktioniert

Forward-DNS: mail.beispiel.de A 85.215.116.185 – der Hostname wird zur IP aufgelöst.

Reverse-DNS: 185.116.215.85.in-addr.arpa PTR mail.beispiel.de – die IP (rückwärts) wird zum Hostnamen aufgelöst.

Die Reverse-Zone wird vom Inhaber des IP-Blocks verwaltet, nicht vom Domain-Inhaber. Bei Hosted Servern (Hetzner, Strato, IONOS) gibt's im Server-Backend ein Feld „Reverse DNS" oder „PTR-Eintrag" zum selbst Setzen. Bei reinen Webhosting-Tarifen ohne eigenen Server hat man keinen Einfluss darauf.

Warum brauchen Mailserver das?

Wenn dein Mailserver eine Mail an Gmail schickt, prüft Gmail:

  1. Hat die IP einen PTR-Record? (Pflicht – ohne PTR landest du im Spam, oft sogar in der ablehnung.)
  2. Stimmt der PTR-Record mit dem HELO/EHLO-Hostnamen überein?
  3. Auflöst sich der PTR-Hostname zurück auf die IP (Forward-Confirmed Reverse DNS, FCrDNS)?

Erst wenn alle drei stimmen, hat deine Mail eine Chance auf den Posteingang. Microsoft 365 ist hier sogar noch strikter als Google.

Praxis: Reverse-DNS einrichten

Schritt 1: A-Record für deinen Mailserver-Hostnamen setzen, z. B. mail.beispiel.de A 85.215.116.185.

Schritt 2: Im Server-Backend des Hosters den PTR-Record auf denselben Hostnamen setzen: 85.215.116.185 → mail.beispiel.de.

Schritt 3: HELO/EHLO-Hostname des Mailservers auf mail.beispiel.de einstellen (in Postfix: myhostname = mail.beispiel.de).

Schritt 4: Prüfen mit dig -x 85.215.116.185 +short – muss mail.beispiel.de. liefern.

Wann brauche ich Reverse-DNS NICHT?

  • Reine Webserver, die keine Mails versenden – egal.
  • Wenn du Mails über einen Drittanbieter (Mailgun, SendGrid, Google Workspace) verschickst, kümmern die sich um den Reverse-DNS ihrer eigenen IPs.
  • IPv6: PTR ist hier optional, aber schadet nie.

Häufiger Fehler: Shared-IP ohne PTR-Kontrolle

Wer auf einem Shared-Hosting-Server eigene Mails versendet, hat selten Kontrolle über den PTR-Record (gehört oft dem Hoster und zeigt auf server42.hosterxyz.de). Lösung: Mail-Versand über einen separaten Drittanbieter laufen lassen, der dedizierte IPs mit eigenem PTR bereitstellt.