Wenn du heute eine neue Domain registrierst, hast du die Qual der Wahl: .de, .com, .shop, .app, .io oder eine der hunderten neuen Endungen. Jede TLD-Kategorie hat andere Eigenschaften.
Was ist eine ccTLD?
ccTLD = Country Code Top-Level Domain. Zwei Buchstaben, jeweils einem Land zugeordnet. .de für Deutschland, .fr für Frankreich, .uk für Großbritannien. Verwaltet werden ccTLDs von nationalen Registries (DENIC für .de).
Manche ccTLDs werden weltweit als „cool" verkauft: .io (British Indian Ocean Territory) im Tech-Bereich, .tv (Tuvalu) für Video-Streaming, .me (Montenegro) für persönliche Sites. Das sind ccTLDs, die ihre eigentliche Länderbedeutung ignorieren.
Was ist eine gTLD?
gTLD = Generic Top-Level Domain. Drei oder mehr Buchstaben, nicht an ein Land gebunden. .com, .org, .net sind die alten Klassiker. Seit 2014 gibt es hunderte neue gTLDs: .shop, .app, .dev, .xyz, .online und viele mehr.
SEO-Auswirkungen
Hier wird's interessant: Eine ccTLD signalisiert Google ein klares Geo-Targeting. .de rankt in Deutschland besser als .com mit identischem Inhalt – allerdings nur in Deutschland. Im Ausland ist es umgekehrt.
gTLDs sind geografisch neutral. Du kannst in der Search Console manuell ein Geo-Targeting für gTLDs setzen, aber für eine echte multi-nationale Strategie sind ccTLDs (mit hreflang) oder Subverzeichnisse der gTLD die saubereren Lösungen.
Mythos: „Neue gTLDs wie .shop ranken schlechter." → Stimmt so nicht. Google behandelt sie wie .com. Was sie wirklich behindert: Nutzer kennen sie nicht, klicken seltener, Direkttraffic ist schwächer.
Vertrauen und User-Wahrnehmung
- .de: höchstes Vertrauen in Deutschland. Erwartet bei deutschen Unternehmen.
- .com: international etabliert, leicht zu merken, oft schon vergeben. Aber Achtung: Eigentum kann ggf. geprüft werden (z. B. Markenkonflikte).
- .org: nicht-kommerzielle Konnotation, gut für Vereine und NGOs.
- .app, .dev, .shop: thematisch sinnvoll, aber vielen Nutzern noch fremd.
- .xyz, .top, .info: leider Spam-belastet, weil oft günstig massenhaft registriert.
Preis
ccTLDs sind oft günstiger (DENIC: ca. 0,58 €/Jahr Großhandel), aber an Wohnsitz oder Niederlassung gebunden. Manche ccTLDs sind teuer (.io: 30–60 €). gTLDs liegen meist bei 10–20 €/Jahr, neue gTLDs schwanken stark.
Praxis-Empfehlung
Für rein deutsche Zielgruppen: .de, immer. Für international: .com, falls verfügbar. Für Tech-/Tool-Projekte: .app oder .dev sind eine Überlegung wert. Finger weg von .xyz, .top, .click – die sind verbrannt.