Eine gehackte Domain ist die Existenz-Bedrohung schlechthin: Angreifer übernehmen die Kontrolle, schalten DNS-Einträge um, fangen Mails ab, klauen Login-Daten. Für E-Commerce-Sites kann das Tausende Euro pro Stunde Ausfall kosten – plus den dauerhaften Imageschaden.
Wie Hijacking abläuft und welche fünf Maßnahmen es zuverlässig verhindern.
Wie Domain-Hijacking funktioniert
Der häufigste Vektor ist nicht ein Hack der Registry, sondern Social Engineering beim Registrar oder beim Domain-Inhaber. Beispiele:
- Phishing-Mail mit gefälschtem Registrar-Login
- SIM-Swapping, um SMS-Codes abzufangen
- Übernahme einer alten E-Mail-Adresse, die als Registrar-Account-Mail registriert ist
- Gefälschter Auth-Code-Antrag bei einem schlampigen Registrar
Maßnahme 1: Registry-Lock
Registry-Lock ist die nukleare Option. Bei DENIC und vielen anderen Registries kannst du eine Sperre auf Registry-Ebene setzen, die nur per schriftlicher Anweisung deaktiviert wird. Der Registrar selbst kann nichts mehr ändern. Kostet meist 30–100 €/Jahr, aber für kritische Domains absolut sinnvoll.
Maßnahme 2: 2FA beim Registrar
Pflicht. Idealerweise mit Hardware-Token (YubiKey) oder TOTP-App, NIE mit SMS. SMS-2FA wird durch SIM-Swapping ausgehebelt. Wer keinen 2FA-Pflicht-Registrar nutzt, sollte wechseln.
Maßnahme 3: Domain-Lock und Auth-Code-Schutz
Bei deinem Registrar gibt es einen „Transfer-Lock"-Status. Solange der aktiv ist, kann die Domain nicht weggezogen werden, selbst wenn jemand den Auth-Code hat. Auth-Code regelmäßig ändern, niemals per E-Mail versenden.
Maßnahme 4: Sichere Account-E-Mail
Die E-Mail-Adresse, mit der du beim Registrar registriert bist, ist der wichtigste Recovery-Vektor. Sie sollte:
- Nicht öffentlich bekannt sein (im Impressum eine andere)
- Selbst mit 2FA geschützt sein
- Auf einer Domain liegen, deren Registrar-Account separat geschützt ist
Maßnahme 5: Monitoring
WHOIS-Monitoring-Dienste (DomainTools, Whoisology, oder ein einfaches Skript mit whois-Befehl im Cron) alarmieren, sobald sich Inhaber, Nameserver oder Status-Flags ändern. Das verschafft im Ernstfall die entscheidenden Stunden, um beim Registrar einzugreifen.
Was tun, wenn's passiert ist?
Sofort den Registrar telefonisch (nicht E-Mail!) kontaktieren, ICANN/DENIC einschalten, Polizei-Anzeige stellen. Wer Glück hat und schnell reagiert, kann die Übernahme rückgängig machen. Wer 24 Stunden braucht, hat die Domain meist verloren.