Content Delivery NetworksRatgeber
Amazon CloudFront: Funktionen und Preise
Amazon CloudFront ist das CDN von Amazon Web Services. Es liefert Dateien über mehr als 750 Standorte aus und holt sie aus einem S3-Speicher oder von einem beliebigen Webserver. Abgerechnet wird nach Verbrauch mit einem dauerhaft kostenlosen Kontingent von 1 TB im Monat oder über Pauschaltarife ab 0 US-Dollar (Stand 29.10.2026).

Amazon CloudFront ist das Content Delivery Network von Amazon Web Services (AWS). Es liefert statische und dynamische Inhalte wie HTML-Seiten, Stylesheets, Skripte und Bilder über ein weltweites Netz von Rechenzentren aus. Eine Anfrage geht dabei an den Standort, der die geringste Verzögerung verspricht [1]. CloudFront passt besonders gut, wenn deine Website oder App schon bei AWS läuft, lässt sich aber auch vor einen ganz normalen Webserver schalten.
Hier erfährst du, wie CloudFront aufgebaut ist, welche Funktionen es mitbringt, wie die Preise nach Verbrauch und die neueren Pauschaltarife aussehen und was du beim Datenschutz beachten musst. Alle Preise stammen von den Preisseiten von AWS, geprüft am 29.10.2026.
So ist CloudFront aufgebaut
Die zentrale Einheit heißt Distribution. In ihr legst du fest, von welchem Origin CloudFront die Dateien holt und wie es mit ihnen umgeht. Als Origin taugen ein S3-Bucket, ein Webserver auf einer EC2-Instanz oder ein Server, den du selbst betreibst [1]. CloudFront vergibt für jede Distribution einen eigenen Hostnamen nach dem Muster d111111abcdef8.cloudfront.net. Du kannst stattdessen auch deine eigene Domain verwenden [1]. Dafür zeigt in der Regel ein CNAME-Eintrag auf den CloudFront-Namen. Wie das funktioniert, beschreibt CNAME-Eintrag: wann er passt und wann nicht.
Die Konfiguration verteilt CloudFront an alle Edge-Standorte, deine Dateien selbst landen dort erst, wenn jemand sie abruft. Ohne eigene Angabe bleibt eine Datei 24 Stunden im Edge-Cache. Die kürzeste mögliche Dauer ist 0 Sekunden, eine Obergrenze gibt es nicht [1]. Die Dauer steuerst du über HTTP-Header am Origin oder über Regeln in der Distribution.
Einrichtung in groben Schritten
AWS beschreibt den Weg zur ersten Distribution in wenigen Schritten [1]:
- Du legst den Origin fest, also den S3-Bucket oder den Webserver mit den Originaldateien.
- Du lädst deine Dateien dorthin hoch oder lässt sie wie bisher auf deinem Server liegen.
- Du erstellst die Distribution und gibst an, von welchem Origin CloudFront die Dateien holt, ob Zugriffe protokolliert werden und ob die Distribution sofort aktiv sein soll.
- CloudFront vergibt einen Hostnamen, den du direkt nutzt oder durch deine eigene Domain ersetzt.
- CloudFront verteilt die Konfiguration an alle Edge-Standorte.
Liegen die Dateien in S3, kannst du sie öffentlich lesbar machen oder privat halten und den Zugriff über signierte Adressen und Cookies steuern [1]. Für eine eigene Domain mit HTTPS brauchst du ein Zertifikat, das der AWS Certificate Manager kostenlos ausstellt [2]. Die allgemeinen Schritte, die bei jedem Anbieter ähnlich sind, beschreibt CDN einrichten in sieben Schritten.
Netz und Funktionen
AWS gibt das Netz von CloudFront mit mehr als 750 Points of Presence in über 100 Städten und mehr als 50 Ländern an. Dazu kommen 15 regionale Zwischenspeicher, die zwischen Edge und Origin liegen, und über 1.140 sogenannte eingebettete Standorte in den Netzen von Zugangsanbietern [2]. Daten, die von AWS-Diensten wie S3 oder einem Load Balancer zu CloudFront fließen, berechnet AWS nicht [1].

Zu den Funktionen gehören laut AWS [2]:
- Origin Shield, eine zusätzliche Cache-Schicht, die Anfragen an den Origin bündelt,
- Origin Failover, das bei einem Ausfall auf einen zweiten Origin umschaltet,
- HTTPS mit TLS 1.3 und kostenlose Zertifikate aus dem AWS Certificate Manager, die sich selbst erneuern,
- signierte Adressen und Cookies für geschützte Inhalte sowie Sperren nach Ländern,
- Zusammenarbeit mit AWS WAF und AWS Shield gegen Angriffe,
- Protokolle als Datei in S3 oder in Echtzeit über Kinesis Data Streams.
Änderungen an der Konfiguration verteilt CloudFront nach Angaben von AWS in wenigen Minuten. Das Löschen veralteter Dateien aus dem Cache, die Invalidierung, dauert weniger als zwei Minuten [2].
Eigener Code am Rand des Netzes
CloudFront kann kleine Programme direkt auf den Edge-Standorten ausführen. Für einfache Aufgaben wie das Umschreiben von Adressen oder das Setzen von Headern gibt es CloudFront Functions, die laut AWS meist in unter einer Millisekunde laufen. Für aufwendigere Logik gibt es Lambda@Edge mit Laufzeiten von einigen Millisekunden bis zu Sekunden [2]. Ein kleiner Schlüssel-Wert-Speicher, der CloudFront KeyValueStore, hält Daten für die Functions bereit. Beide Varianten werden getrennt abgerechnet, die Preise stehen im nächsten Abschnitt.
Preise nach Verbrauch
Im klassischen Modell zahlst du für die Daten, die CloudFront an Besucher ausliefert, und für die Zahl der Anfragen. Ein Teil davon ist dauerhaft kostenlos. AWS nennt es "Always Free Tier", es gilt also nicht nur im ersten Jahr [3]. Jeden Monat frei sind 1 TB Datenübertragung, 10 Millionen HTTP- oder HTTPS-Anfragen, 2 Millionen Aufrufe von CloudFront Functions und 2 Millionen Lesezugriffe auf den KeyValueStore. SSL-Zertifikate kosten nichts [3].

| Posten (über dem Freikontingent) | Preis laut AWS |
|---|---|
| Datenübertragung USA, Mexiko, Kanada (bis 10 TB) | 0,085 US-Dollar je GB |
| Datenübertragung Europa, Israel, Türkei (bis 10 TB) | 0,085 US-Dollar je GB |
| Datenübertragung Südamerika (bis 10 TB) | 0,110 US-Dollar je GB |
| Datenübertragung Indien (bis 10 TB) | 0,109 US-Dollar je GB |
| 10.000 HTTPS-Anfragen in den USA | 0,0100 US-Dollar |
| 10.000 HTTPS-Anfragen in Europa | 0,0120 US-Dollar |
| CloudFront Functions | 0,10 US-Dollar je 1 Million Aufrufe |
| Lambda@Edge | 0,60 US-Dollar je 1 Million Anfragen plus 0,00005001 US-Dollar je GB-Sekunde |
Für Lambda@Edge gibt es kein Freikontingent [3]. Über Preisklassen kannst du die Kosten begrenzen: Mit der Preisklasse 100 nutzt CloudFront nur Standorte in Nordamerika sowie in Europa, Israel und der Türkei, die Preisklasse 200 lässt Südamerika und Australien mit Neuseeland weg [3]. Besucher aus den ausgelassenen Regionen werden dann aus einem weiter entfernten Standort bedient. Wer sich für ein Jahr auf einen monatlichen Betrag festlegt, spart mit dem CloudFront Security Savings Bundle laut AWS bis zu 30 Prozent und bekommt AWS WAF bis zu 10 Prozent des Betrags dazu [3].
Pauschaltarife
Neben dem Verbrauchsmodell bietet AWS Pauschaltarife je Distribution an. Bei ihnen gibt es nach Angaben von AWS keine Nachberechnung, wenn du das Kontingent überschreitest. Alle Tarife enthalten DNS, ständigen Schutz gegen DDoS-Angriffe, das CDN und Rechenzeit am Edge [4].
| Tarif | Preis im Monat | Anfragen | Datenübertragung | S3-Speicher |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 US-Dollar | 1 Million | 100 GB | 5 GB |
| Pro | 15 US-Dollar | 10 Millionen | 50 TB | 50 GB |
| Business | 200 US-Dollar | 125 Millionen | 50 TB | 1 TB |
| Premium | 1.000 US-Dollar | 500 Millionen | 50 TB | 5 TB |
Protokolle fehlen im Free-Tarif, ab Pro sind sie enthalten. Die Zahl der Firewall-Regeln steigt von 5 im Free-Tarif auf 75 im Premium-Tarif [4]. Für eine kleine Website mit vorhersehbarem Verkehr ist ein Pauschaltarif leichter zu planen als die Abrechnung nach Gigabyte.
Datenschutz bei CloudFront
Auch CloudFront verarbeitet bei jeder Anfrage die IP-Adresse des Besuchers. Für die DSGVO brauchst du deshalb einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Bei AWS ist dieser Zusatz, das AWS GDPR Data Processing Addendum, Teil der Service Terms und gilt automatisch. Für Übermittlungen in Drittländer verweist AWS auf die Standardvertragsklauseln, die nach dem Zusatz ebenfalls automatisch greifen [5]. Bei vielen AWS-Diensten bestimmst du die Region, in der Daten gespeichert werden [5]. CloudFront arbeitet dagegen weltweit, die Preisklasse begrenzt nur die genutzten Edge-Standorte.

Prüfe also, welche Protokolle du einschaltest, wo sie landen und wie lange du sie aufbewahrst, und nenne CloudFront in deiner Datenschutzerklärung. Was dort hineingehört und wie der Stand beim EU-US Data Privacy Framework ist, erklärt CDN und DSGVO.
Für wen CloudFront passt
CloudFront spielt seine Vorteile aus, wenn Origin und weitere Dienste schon bei AWS liegen: Die Übertragung vom Origin zum CDN ist dann kostenlos, Zertifikate und Firewall kommen aus derselben Konsole. Für statische Websites aus einem S3-Bucket ist es eine verbreitete Kombination.
Für eine WordPress-Seite auf einem gewöhnlichen Webhosting ist die Einrichtung aufwendiger als bei Anbietern, die mit wenigen Klicks starten. Hier lohnt der Blick auf den Free- oder Pro-Tarif oder auf andere Anbieter. Eine Alternative mit Sitz in der EU ist Bunny.net, alle fünf Anbieter in unseren Profilen stellt der CDN-Vergleich nebeneinander. Ob sich ein CDN bei dir messbar auf die Ladezeit auswirkt, prüfst du mit den Kennzahlen aus Core Web Vitals: LCP, INP und CLS verbessern.
- Organisation What is Amazon CloudFront? (Developer Guide). Amazon Web Services. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Amazon CloudFront Features. Amazon Web Services. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Amazon CloudFront Pay-as-you-go Pricing. Amazon Web Services. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Amazon CloudFront Pricing (Flat-rate plans). Amazon Web Services. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation General Data Protection Regulation (GDPR) Center. Amazon Web Services. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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