IP-Adresse: was sie bedeutet und wie IPv4 und IPv6 aussehen

Eine IP-Adresse ist die Nummer, unter der ein Gerät in einem Netz erreichbar ist. IPv4-Adressen sind 32 Bit lang und werden als vier Zahlen von 0 bis 255 geschrieben, IPv6-Adressen haben 128 Bit und stehen in acht Blöcken aus Hexadezimalziffern. Das DNS übersetzt Domainnamen in diese Adressen.

Rückseite eines Routers auf einem Regal mit mehreren eingesteckten Netzwerkkabeln und leuchtenden grünen Lämpchen
Bild: KI-generiert

IP steht für Internet Protocol. Jedes Paket, das durchs Internet läuft, trägt eine Absender- und eine Zieladresse, und das sind IP-Adressen. Ein Name wie beispiel.de hilft Menschen, Rechner brauchen die Nummer dahinter. Diese Übersetzung erledigt das DNS: Der A-Eintrag liefert die IPv4-Adresse eines Namens, der AAAA-Eintrag die IPv6-Adresse.

IPv4: vier Zahlen mit Punkten

Die Adressen der Version 4 sind seit 1981 festgelegt und vier Byte, also 32 Bit lang [1]. Man schreibt sie als vier Zahlen von 0 bis 255, getrennt durch Punkte, etwa 192.0.2.10. Rechnerisch ergibt das gut 4,29 Milliarden Adressen. Das reicht für das heutige Internet nicht mehr. Die RIPE NCC, die Adressen für Europa, den Nahen Osten und Zentralasien verteilt, hat ihren freien IPv4-Vorrat am 25.11.2019 aufgebraucht [2].

Einige Bereiche sind für private Netze reserviert und im Internet nicht direkt erreichbar: 10.0.0.0/8, 172.16.0.0/12 und 192.168.0.0/16 [3]. Dein Router zu Hause vergibt solche Adressen an Laptop und Handy und tritt nach außen mit einer einzigen öffentlichen Adresse auf.

IPv6: acht Blöcke in Hexadezimal

IPv6 vergrößert die Adresse von 32 auf 128 Bit [4]. Geschrieben wird sie als acht Gruppen aus je vier Hexadezimalziffern, getrennt durch Doppelpunkte, zum Beispiel 2001:db8:0:0:0:0:0:1. Führende Nullen in einer Gruppe darfst du weglassen, und eine zusammenhängende Folge von Nullgruppen darf einmal je Adresse durch "::" ersetzt werden. Aus dem Beispiel wird so 2001:db8::1 [5]. Die Adresse ::1 steht für das eigene Gerät [5].

Wer die Adressen vergibt

Die IANA verteilt große Adressblöcke an fünf regionale Registries: AFRINIC, APNIC, ARIN, LACNIC und RIPE NCC. Internetanbieter bekommen ihre Adressen von diesen Registries, Endkunden von ihrem Anbieter [6]. Am Festnetzanschluss wechselt die öffentliche Adresse oft bei jeder Einwahl. Man spricht dann von einer dynamischen Adresse, eine feste heißt statisch.

Großes Patchfeld in einem Rechenzentrum mit vielen ordentlich gesteckten bunten Kabeln, seitlich aufgenommen
Bild: KI-generiert

IP-Adresse und Datenschutz

Webserver schreiben die IP-Adresse jedes Besuchers ins Protokoll. Der Europäische Gerichtshof hat am 19.10.2016 entschieden, dass auch eine dynamische IP-Adresse für den Betreiber einer Website ein personenbezogenes Datum sein kann, wenn er den Nutzer mit rechtlichen Mitteln über den Internetanbieter bestimmen lassen kann [7]. Deshalb gehört der Umgang mit Protokollen in die Datenschutzerklärung und in den Vertrag mit dem Hoster, mehr dazu unter Hosting und DSGVO. Welche Adresse hinter einer Domain steht, zeigt dir der DNS-Check, den umgekehrten Weg von der Adresse zum Namen erklärt Reverse-DNS. Wie Websites Besucher über die Adresse hinaus wiedererkennen, etwa mit Cookies von Drittanbietern, steht auf cookie.domain-root.de.

  1. Gesetz RFC 791: Internet Protocol. IETF. Stand September 1981. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation IPv4 Run-Out. RIPE NCC. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Gesetz RFC 1918: Address Allocation for Private Internets. IETF. Stand Februar 1996. abgerufen am 29.10.2026
  4. Gesetz RFC 8200: Internet Protocol, Version 6 (IPv6) Specification. IETF. Stand Juli 2017. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz RFC 4291: IP Version 6 Addressing Architecture, Abschnitt 2.2. IETF. Stand Februar 2006. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Number Resources. IANA. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Pressemitteilung Nr. 112/16 zum Urteil C-582/14 (Breyer). Gerichtshof der Europäischen Union. Stand 19.10.2016. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.