Webhosting und ServerRatgeber

Webhosting-Arten: Shared Hosting, vServer, eigener Server und Cloud

Beim Shared Hosting teilst du einen Server mit vielen Kunden, der Anbieter pflegt die Technik. Ein vServer ist eine eigene virtuelle Maschine mit Root-Zugang, die du selbst verwaltest. Ein dedizierter Server gehört dir allein, und Cloud-Angebote lassen sich nach Bedarf vergrößern und nach Verbrauch abrechnen.

Ein ruhiger Gang in einem Rechenzentrum mit Reihen von Serverschränken und blauen Statusleuchten
Bild: KI-generiert

Damit eine Website im Netz erreichbar ist, braucht sie einen Rechner, der rund um die Uhr läuft, Anfragen beantwortet und die Dateien ausliefert. Webhosting heißt, dass du diesen Rechner oder einen Teil davon bei einem Anbieter mietest. Die Angebote unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten: wie viel von der Hardware du dir mit anderen teilst und wie viel Technik du selbst pflegen musst. Daraus ergeben sich vier verbreitete Arten, die diese Seite nacheinander erklärt.

Die Arten im Überblick

ArtHardwareZugriffWer pflegt das Betriebssystem
Shared Hostingein Server für viele KundenVerwaltungsoberfläche, FTP, je nach Paket SSHAnbieter
vServervirtuelle Maschine auf einem geteilten ServerRoot-Zugangdu
dedizierter Serverein physischer Server allein für dichRoot-Zugang, bei Managed-Angeboten meist nichtdu, bei Managed-Angeboten der Anbieter
CloudRessourcen aus einem großen Pool, nach Bedarf zugeteiltje nach Dienstmodellje nach Dienstmodell

Die Grenzen sind nicht scharf. Viele vServer laufen heute auf Cloud-Plattformen, und manche Shared-Hosting-Pakete bieten Funktionen, die früher nur auf eigenen Servern gingen. Die Tabelle beschreibt den Normalfall.

Shared Hosting

Beim Shared Hosting liegen viele Websites verschiedener Kunden auf demselben Server. Der Anbieter kümmert sich um Betriebssystem, Webserver, PHP, Datenbanken, Sicherheitsupdates und meist auch um Datensicherungen. Du lädst deine Dateien hoch, legst Datenbanken an und richtest Postfächer ein, oft über eine Oberfläche wie Plesk oder eine eigene Verwaltung des Hosters.

Mehrere Menschen in den Zwanzigern und Dreißigern teilen sich eine helle Büroküche mit langem Tisch
Bild: KI-generiert

Weil sich alle Kunden die Hardware teilen, setzt der Anbieter Grenzen. Wie die aussehen, zeigt ein Beispiel aus dem Angebot eines deutschen Hosters. Dort reichen die Pakete von 10 bis 300 GB Speicher, von einer bis 50 Datenbanken und von 2 bis 20 PHP-Prozessen. Ein einzelnes PHP-Skript darf je nach Paket 192 bis 512 MB Arbeitsspeicher belegen. SSH-Zugang gibt es erst in den beiden größeren Paketen [4].

Die Zahl der PHP-Prozesse ist für die Ladezeit wichtiger, als sie aussieht. Der Hoster erklärt: Jeder Besucher, der eine dynamische Seite aufruft, braucht kurz einen solchen Prozess. Zwei Prozesse reichen oft für kleine Websites mit wenig Besuch, stark besuchte Seiten brauchen mehr [4]. Sind alle Prozesse belegt, warten weitere Besucher, bis einer frei wird.

Shared Hosting passt für Blogs, Vereinsseiten, Visitenkarten-Websites und kleinere Shops. Du brauchst kein Wissen über Serververwaltung, dafür kannst du nur installieren, was der Anbieter erlaubt.

vServer: eine virtuelle Maschine

Ein vServer, auch VPS genannt, ist eine virtuelle Maschine. Eine Software namens Hypervisor teilt die Ressourcen eines physischen Servers auf mehrere solcher Maschinen auf. Jede verhält sich wie ein eigener Rechner mit Prozessor, Arbeitsspeicher, Speicherplatz, Netzwerkanschluss und eigenem Betriebssystem [3]. Du bekommst Root-Zugang und kannst installieren, was du willst, auch andere Webserver, Programmiersprachen oder Dienste, die beim Shared Hosting fehlen.

Ein großes modernes Wohnhaus in der Dämmerung mit vielen unterschiedlich beleuchteten Fenstern
Bild: KI-generiert

Wichtig ist, ob die Prozessorkerne geteilt oder fest zugeteilt sind. Ein großer Anbieter von Cloud-Servern beschreibt den Unterschied so: Bei Tarifen mit geteilten Ressourcen wird die Hardware mit "Nachbarn" geteilt. Sie eignen sich für Test- und Entwicklungsumgebungen, Blogs, kleine Datenbanken und Webserver mit geringem bis mittlerem Verkehr. Tarife mit dedizierten vCPUs bieten ungeteilte, planbare Leistung für stark besuchte Websites und große Datenbanken [5].

Mit dem Root-Zugang übernimmst du die Verantwortung. Das BSI beschreibt es für Infrastrukturdienste so: Der Kunde hat die volle Kontrolle über das System vom Betriebssystem aufwärts, weil alles in seinem Verantwortungsbereich läuft [2]. Sicherheitsupdates, Firewall, Zertifikate, Datensicherung und Überwachung sind also deine Aufgabe. Wer das nicht selbst machen will, sucht nach einem Managed-Angebot, bei dem der Anbieter die Pflege übernimmt.

Dedizierter Server

Beim dedizierten Server, oft Root-Server genannt, mietest du eine ganze physische Maschine. Niemand sonst nutzt Prozessor, Arbeitsspeicher oder Festplatten. Das kann sich lohnen bei dauerhaft hoher Last, bei Anwendungen mit hohem Arbeitsspeicherbedarf oder wenn Vorgaben ausschließen, dass fremde Kunden auf derselben Hardware laufen.

Wie beim vServer hast du Root-Zugang und kümmerst dich selbst um Updates und Überwachung [6]. Fällt Hardware aus, hängt es vom Vertrag ab, wie schnell sie getauscht wird. Ohne zweite Maschine steht der Server so lange still. Eine virtuelle Maschine lässt sich dagegen als Datei beschreiben und auf einen anderen Rechner verschieben [3]. Das erleichtert den Umzug auf andere Hardware.

Cloud-Hosting

"Cloud" wird im Marketing für fast alles verwendet. Die gängige Definition des US-Instituts NIST nennt fünf Merkmale: Selbstbedienung auf Abruf ohne Rückfrage beim Anbieter, Zugriff über das Netz, ein gemeinsamer Ressourcenpool für viele Kunden, schnelle Erweiterung und Verkleinerung sowie Abrechnung nach gemessenem Verbrauch [1]. Das BSI nutzt inzwischen die Definition der Norm ISO/IEC 22123, die sechs Merkmale aufführt, darunter die Mandantenfähigkeit: Daten und Prozesse verschiedener Kunden sind voneinander getrennt [2].

Ein weiter Himmel mit weißen Wolken über einer ländlichen Landschaft mit einigen Strommasten
Bild: KI-generiert

Für Websites wichtig sind die drei Dienstmodelle [1, 2]:

  • Infrastructure as a Service (IaaS): Du mietest Rechenleistung, Speicher und Netz und betreibst darauf ein eigenes Betriebssystem. Cloud-Server gehören in diese Gruppe.
  • Platform as a Service (PaaS): Der Anbieter stellt eine fertige Laufzeitumgebung bereit, du lieferst nur deine Anwendung. Betriebssystem und Server bleiben dir verborgen.
  • Software as a Service (SaaS): Du nutzt eine fertige Anwendung über den Browser, etwa einen Homepage-Baukasten oder ein gehostetes Shopsystem.

Mit dem Modell verschiebt sich die Verantwortung für die Sicherheit. Bei IaaS kontrollierst du alles ab dem Betriebssystem. Bei PaaS bleibt dir nur die Kontrolle über deine Anwendungen, die auf der Plattform laufen. Bei SaaS gibst du laut BSI praktisch die ganze Kontrolle an den Anbieter ab [2]. Wer also einen Baukasten nutzt, muss sich nicht um Updates kümmern, kann aber auch nicht eingreifen, wenn etwas fehlt.

Der Vorteil der Cloud liegt in der Elastizität. Du kannst einen Server in Minuten vergrößern, einen zweiten danebenstellen oder ihn nach einer Aktion wieder abschalten. Bei Cloud-Diensten wissen Kunden oft nicht genau, wo die Ressourcen stehen, können aber vertraglich Region, Land oder Rechenzentrum festlegen [2]. Das spielt beim Datenschutz eine Rolle, siehe Hosting und DSGVO.

Worauf du beim Vergleich achtest

Die Leistungsbeschreibung eines Pakets ist oft lang. Ein paar Punkte entscheiden aber mehr als andere, unabhängig von der Hosting-Art:

  • Domain: Nicht jedes Paket enthält eine. Bei dem oben genannten Hoster muss die Domain zusätzlich gebucht werden, und ohne sie lassen sich viele Funktionen wie öffentlicher HTTP-Zugang und Postfächer gar nicht nutzen. Für Domains, die woanders registriert sind, verlangt er eine eigene monatliche Gebühr [4].
  • Einrichtung und Laufzeit: Manche Anbieter berechnen eine einmalige Einrichtungsgebühr, andere verzichten darauf. Ob es eine Mindestlaufzeit gibt, steht in den Vertragsbedingungen. Der Beispiel-Hoster wirbt mit "Keine Mindestlaufzeit" [4].
  • Datensicherung: Frag nach, wie oft gesichert wird, wie lange die Sicherungen aufbewahrt werden und wie du selbst eine Sicherung zurückspielst. Beim Shared Hosting gehören tägliche Sicherungen oft zum Paket [4], beim vServer musst du sie meist selbst einrichten oder dazubuchen.
  • Technik: Welche PHP-Versionen gibt es, welche Datenbanken, gibt es Cronjobs und SSH? Ein Shop braucht mehr als ein Blog. Der Beispiel-Hoster empfiehlt Shops erst ab seinem größten Shared-Paket [4].
  • Serverstandort: Er entscheidet mit, welche Datenschutzfragen sich stellen. Bei Cloud-Diensten lässt er sich oft vertraglich festlegen [2].

Welche Art zu welcher Website passt

Für viele private und kleine geschäftliche Websites reicht Shared Hosting. Du musst dich nicht um Updates des Systems kümmern und bekommst Mail und Datenbank aus einer Hand. Stößt die Seite an die Grenzen des Pakets, ist zunächst ein größeres Paket beim selben Anbieter der einfachste Schritt.

Ein vServer kann sich lohnen, wenn du Software brauchst, die der Hoster nicht anbietet, wenn mehrere Projekte auf einer Maschine laufen sollen oder wenn die Website regelmäßig an die PHP-Grenzen eines Shared-Pakets stößt. Voraussetzung ist, dass du einen Linux-Server sicher betreiben kannst oder jemanden hast, der das übernimmt. Ein dedizierter Server kommt nur für Websites mit sehr hohem Bedarf infrage. Cloud-Angebote mit Abrechnung nach Verbrauch passen, wenn die Last stark schwankt oder du Testumgebungen nur zeitweise brauchst [1].

Für die Ladezeit zählen neben dem Hosting auch Bilder, Skripte und die Entfernung zum Besucher. Wie ein CDN das Hosting ergänzt, steht unter CDN oder Hosting: wer macht was?, und wie Google Ladezeit misst, unter Core Web Vitals: LCP, INP und CLS verbessern. Steht der Umzug zu einer anderen Hosting-Art an, hilft Webhosting wechseln ohne Ausfall.

  1. Behörde NIST Special Publication 800-145: The NIST Definition of Cloud Computing. National Institute of Standards and Technology. Stand September 2011. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Grundlagen Cloud Computing. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Was ist Virtualisierung?. Red Hat. Stand 05.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Webhosting: Tarife und Leistungen, mit FAQ zu PHP-Prozessen und Memory-Limit. Hetzner Online GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Cloud-Server: Shared vs. Dedicated Cloud. Hetzner Online GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Unterschiede zwischen Managed Servern und Bare Metal Servern. Hetzner Online GmbH. Stand 22.10.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.