Domains und SubdomainsRatgeber

Was ist eine Domain? Aufbau und Funktion einfach erklärt

Eine Domain ist ein eindeutiger Name im Internet, zum Beispiel beispiel.de. Sie besteht aus Teilen, die von rechts nach links feiner werden: der Endung (Top-Level-Domain), dem eigentlichen Namen und gegebenenfalls Subdomains. Über das DNS wird der Name in die IP-Adresse eines Servers übersetzt.

Großer alter Baum mit weit verzweigten Ästen und Wurzeln auf einer nebligen Wiese im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Wer eine Website aufruft, tippt einen Namen ein und keine Zahlenfolge. Dieser Name ist die Domain. Sie ist eindeutig, sie gehört jemandem, und sie zeigt auf einen Server, der die Seite ausliefert. Hinter dem kurzen Namen steckt eine weltweite Verwaltung mit festen Regeln. Dieser Beitrag erklärt, wie eine Domain aufgebaut ist, wer sie vergibt und was beim Aufruf im Hintergrund passiert.

Domain, URL und IP-Adresse

Die drei Begriffe werden oft verwechselt. Die IP-Adresse ist die Nummer, unter der ein Server im Netz erreichbar ist, zum Beispiel 192.0.2.10 bei IPv4. Die Domain ist der Name, der auf diese Nummer verweist, zum Beispiel beispiel.de. Die URL ist die vollständige Adresse einer einzelnen Seite: Sie enthält zusätzlich das Protokoll und den Pfad.

BegriffBeispielWas es ist
URLhttps://www.beispiel.de/kontakt/Adresse einer einzelnen Seite
Domainbeispiel.deName, unter dem die Website erreichbar ist
Subdomainwww.beispiel.deName unterhalb der Domain
IP-Adresse192.0.2.10Nummer des Servers im Netz

Der Vorteil der Trennung: Zieht die Website auf einen anderen Server um, ändert sich die IP-Adresse, die Domain bleibt gleich. Besucher, Lesezeichen und Links merken davon nichts.

Domains sind Teil eines Baums, des Domain Name System. Ganz oben steht die Wurzel, darunter die Endungen, darunter die einzelnen Namen. Ein vollständiger Name entsteht, indem man die Bezeichnungen vom jeweiligen Knoten bis zur Wurzel aneinanderreiht, getrennt durch Punkte [1]. Gelesen wird also von rechts nach links, vom Allgemeinen zum Besonderen.

Ineinander gesetzte Holzkisten in abnehmender Größe auf einem Tisch im weichen Seitenlicht
Bild: KI-generiert

Am Beispiel shop.beispiel.de:

  • de ist die Top-Level-Domain (TLD), die Endung. Für .de ist die DENIC eG zuständig [2].
  • beispiel ist die Second-Level-Domain, der Name, den ein Inhaber registriert.
  • shop ist eine Subdomain, die der Inhaber selbst anlegen kann, ohne sie neu zu registrieren.

Technisch gibt es rechts noch einen unsichtbaren Teil: die Wurzel. Sie hat eine leere Bezeichnung [1]. Ein Name, der mit einem Punkt endet, etwa beispiel.de., ist deshalb vollständig, in der Fachsprache absolut. Im Alltag lässt man den Punkt weg. Wie Subdomains funktionieren, erklärt der Beitrag Was ist eine Subdomain?.

Regeln für Länge und Zeichen

Jede einzelne Bezeichnung darf nach RFC 1034 höchstens 63 Byte lang sein, der gesamte Name höchstens 255 Byte [1]. Groß- und Kleinschreibung spielt beim Vergleich keine Rolle: BEISPIEL.de und beispiel.de sind dieselbe Domain [1]. RFC 1123 hat 1989 erlaubt, dass ein Name auch mit einer Ziffer beginnen darf und nicht mehr nur mit einem Buchstaben [3].

Für .de-Domains legt die DENIC in ihren Domainrichtlinien fest: Erlaubt sind Ziffern, Buchstaben von a bis z, der Bindestrich und einige zusätzliche Zeichen wie Umlaute. Eine .de-Domain hat mindestens 1 und höchstens 63 Zeichen. Sie darf nicht mit einem Bindestrich beginnen oder enden und nicht an dritter und vierter Stelle gleichzeitig einen Bindestrich haben [4].

Top-Level-Domains: die Endungen

Die oberste Ebene verwaltet die IANA. Ihre offizielle Liste umfasste am 28.10.2026 genau 1.437 Top-Level-Domains [5]. Die Datenbank der Root-Zone unterscheidet unter anderem zwischen generischen Endungen wie .com, .org oder .shop und Länderendungen wie .de, .at oder .ch [2].

Für jede Endung gibt es eine Vergabestelle, die Registry. Sie führt die Liste aller Domains unter ihrer Endung und betreibt die Nameserver dafür. Bei .de ist das die DENIC in Frankfurt am Main. Laut DENIC wurde im Juni 2026 die 18-millionste .de-Domain registriert [6]. Bei der Gründung 1996 durch 37 Internetanbieter waren es rund 50.000 Adressen, die erste Million war 1999 erreicht [6]. In einer Ipsos-Umfrage vom Dezember 2025, die die DENIC veröffentlicht hat, mit über 1.000 Befragten nannten 72 Prozent .de als erste Wahl für eine eigene Domain, 29 Prozent .com [6]. Welche Endung für dein Projekt passt, klärt der Beitrag Domain-Endungen.

Wo der registrierbare Teil endet

Bei beispiel.de ist die Sache klar: Registriert wird der Name direkt unter der Endung. Manche Länder vergeben Namen aber erst eine Ebene tiefer, etwa unter co.uk in Großbritannien. Dort ist beispiel.co.uk die registrierbare Domain und co.uk gehört niemandem allein. Ein Programm kann das nicht aus dem Namen selbst ablesen.

Deshalb gibt es die Public Suffix List, eine Liste solcher Endungen, die Freiwillige bei Mozilla zusammen mit Einsendungen der Registries pflegen [9]. Browser wie Firefox und Chrome nutzen sie, damit eine Website kein Cookie für co.uk setzen kann, das dann bei allen Websites unter dieser Endung ankäme. Firefox hebt mit ihrer Hilfe außerdem den registrierbaren Teil einer Adresse in der Adresszeile hervor, und Let's Encrypt nutzt sie für seine Mengenbegrenzungen [9]. Die Liste taugt allerdings nicht dazu, die Gültigkeit einer Domain zu prüfen, weil sich Endungen ändern. Dafür ist das DNS selbst zuständig [9].

Wer Domains vergibt und wem sie gehören

Bei vielen Endungen wird eine Domain für eine feste Laufzeit registriert und verlängert. Bei .de läuft der Domainvertrag mit der DENIC auf unbestimmte Zeit, der Inhaber kann ihn jederzeit kündigen [11]. Die Bestellung läuft fast immer über einen Registrar, also einen Anbieter, der Domains bei der Registry anmeldet. Bei .de heißen diese Anbieter DENIC-Mitglieder. In der Domainabfrage der DENIC steht neben jeder Domain das "verwaltende DENIC-Mitglied" [7].

Hand legt einen schlichten Messingschlüssel auf eine Holztheke neben ein leeres Notizbuch
Bild: KI-generiert

Der Inhaber einer .de-Domain muss bei der Registrierung eine Postanschrift, eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeben. Ein Postfach genügt als Anschrift nicht [4]. Bei Privatpersonen sind diese Daten heute nicht öffentlich [7]. Für Unternehmen und Organisationen zeigt die DENIC-Abfrage Name, Anschrift und Kontaktdaten des Inhabers an [7]. Mehr dazu steht im Beitrag Whois-Abfrage, der Ablauf der Bestellung im Beitrag Domain registrieren.

Bei generischen Endungen wie .com, .net oder .shop gelten die Regeln der ICANN. Die Abfrage der Registrierungsdaten läuft dort seit dem 28.01.2025 über das Protokoll RDAP, das das ältere Whois als maßgebliche Quelle abgelöst hat [10]. Für dich als Inhaber ändert sich dadurch wenig. Wer aber herausfinden will, bei welchem Anbieter eine fremde .com-Domain liegt, nutzt heute eine RDAP-Abfrage.

Ein Wechsel des Anbieters ist möglich, ohne dass sich an der Domain selbst etwas ändert. Die Registry trägt dann nur ein anderes Mitglied als Verwalter ein. Wichtig ist, dass die Domain dabei nicht gekündigt wird, bevor der neue Anbieter sie übernommen hat.

Was beim Aufruf einer Domain passiert

Tippst du beispiel.de in den Browser, muss der Name zuerst in eine IP-Adresse übersetzt werden. Das übernimmt das DNS in mehreren Schritten:

Drei Signallaternen auf Hügeln in der Abenddämmerung, die nacheinander entlang eines Tals leuchten
Bild: KI-generiert
  1. Dein Gerät fragt einen Resolver, meist den deines Internetanbieters oder Routers.
  2. Kennt der Resolver die Antwort nicht aus seinem Zwischenspeicher, fragt er einen Root-Server, wer für .de zuständig ist.
  3. Der Root-Server nennt die Nameserver der DENIC. Diese nennen die Nameserver, die für beispiel.de eingetragen sind.
  4. Die Nameserver von beispiel.de liefern die IP-Adresse. Der Browser baut dann die Verbindung zum Server auf.

Das Weiterreichen von Ebene zu Ebene heißt Delegation. Jede Ebene gibt die Verantwortung für einen Teilbaum an die nächste ab, indem sie deren Nameserver einträgt [1]. Die Root-Server gibt es unter 13 Namen von A bis M, betrieben von 12 unabhängigen Organisationen. Weltweit laufen davon laut root-servers.org 2.049 Instanzen (Stand 29.10.2026) [8]. Wie die Namensauflösung im Detail abläuft, erklärt der Beitrag Was ist DNS?.

Wofür eine eigene Domain gebraucht wird

Die meisten denken bei einer Domain an eine Website. Genauso wichtig ist sie für E-Mail: Eine Adresse wie info@beispiel.de hängt an der Domain und funktioniert nur, solange die Domain registriert ist und die MX-Einträge stimmen. Dazu kommen Subdomains für Shops, Anwendungen oder Testumgebungen und Einträge, mit denen du dich bei Diensten als Inhaber ausweist.

Läuft die Registrierung aus, fallen Website und E-Mail gleichzeitig weg. Deshalb lohnt es sich, Laufzeit und Verlängerung im Blick zu behalten.

Domain prüfen

Welche Einträge eine Domain hat und auf welchen Server sie zeigt, kannst du mit dem DNS-Check ansehen. Bei .de liefert die Domainabfrage der DENIC den Status einer Domain, die eingetragenen Nameserver und das Datum der letzten Änderung [7]. So siehst du schnell, ob ein Name noch frei ist, wer ihn verwaltet und ob die Nameserver stimmen.

  1. Gesetz RFC 1034: Domain Names, Concepts and Facilities. IETF. Stand November 1987. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Root Zone Database. Internet Assigned Numbers Authority (IANA). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Gesetz RFC 1123: Requirements for Internet Hosts, Application and Support. IETF. Stand Oktober 1989. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation DENIC-Domainrichtlinien. DENIC eG. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde List of Top-Level Domains, Version 2026102800. Internet Assigned Numbers Authority (IANA). Stand 28.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Digital milestone: .de domains break the 18 million mark. DENIC eG. Stand 09.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Whois-Service und Domainabfrage. DENIC eG. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Root Servers. root-servers.org (Root Server Operators). Stand 29.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Learn more about the Public Suffix List. Public Suffix List, Mozilla. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation ICANN Update: Launching RDAP; Sunsetting WHOIS. ICANN. Stand 27.01.2025. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Domainbedingungen. DENIC eG. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.