Domains und SubdomainsRatgeber
Domain-Endungen: .de, .com oder eine neue Endung
Für eine Website, die sich an Menschen in Deutschland richtet, ist .de meist die naheliegende Wahl, weil Google eine Länderendung als Hinweis auf das Zielland wertet. .com und neue Endungen wie .shop behandelt Google als neutrale generische Endungen ohne Vor- oder Nachteil beim Ranking. Unterschiede gibt es bei den Registrierungsbedingungen und den laufenden Kosten.

Die Endung ist der letzte Teil einer Domain, bei beispiel.de also .de. Fachlich heißt sie Top-Level-Domain, kurz TLD. Welche Endungen es gibt und wer sie verwaltet, führt die IANA in der Root Zone Database [1]. Für die meisten Projekte läuft die Wahl auf drei Gruppen hinaus: die Länderendung des Ziellandes, eine der alten generischen Endungen wie .com und eine der neueren Endungen wie .shop, .app oder .berlin.
Länderendungen und generische Endungen
Länderendungen (ccTLDs, country code top-level domains) bestehen aus zwei Buchstaben und gehören zu einem Land oder Gebiet, etwa .de, .at, .ch oder .fr. Jede wird von einer eigenen Stelle verwaltet. Für .de ist in der Root Zone Database die DENIC eG eingetragen [1]. Generische Endungen (gTLDs) sind an keinen Ort gebunden. Zu ihnen gehören die alten Endungen .com, .net und .org ebenso wie die vielen neuen Endungen, die die ICANN seit den 2010er-Jahren zugelassen hat [6].

Eine Sonderrolle haben Länderendungen, die vor allem wegen ihrer Buchstaben genutzt werden, etwa .io, .co, .me oder .tv. Formal gehören sie zu einem Land, im Netz werden sie aber oft wie generische Endungen verwendet. Google behandelt eine Reihe solcher Endungen deshalb wie gTLDs und weist darauf hin, dass sich diese Liste ändern kann [2].
Neue Endungen und die Runde 2026
Neue generische Endungen entstehen in Programmrunden der ICANN, in denen sich Unternehmen und Organisationen um den Betrieb einer Endung bewerben. 2026 hat die ICANN eine neue Runde geöffnet. Das Bewerbungsfenster lief vom 30.04.2026 bis zum 12.08.2026 [3]. Danach folgen weitere Schritte, unter anderem Stellungnahmen, Einwände und Widersprüche [3]. Domains unter Endungen aus dieser Runde kannst du deshalb noch nicht registrieren.
Unter den neuen Endungen gibt es drei Sorten. Manche beschreiben ein Thema oder eine Branche (.shop, .app, .blog), manche eine Region oder Stadt (.berlin, .bayern, .hamburg), und manche gehören einer einzelnen Marke, die sie nur für sich selbst nutzt.
Wer welche Endung registrieren darf
Die meisten generischen Endungen kann jeder registrieren. Bei Länderendungen gelten oft eigene Bedingungen. Google rät ausdrücklich, vor der Wahl einer Länderendung zu prüfen, wer sie registrieren darf [2].

.de
Eine .de-Domain kann auch registrieren, wer nicht in Deutschland wohnt. Hat der Inhaber seinen Sitz nicht in Deutschland, muss er aber auf Aufforderung der DENIC binnen zwei Wochen einen in Deutschland ansässigen Zustellungsbevollmächtigten benennen, mit Name und Straßenanschrift [4]. Die Aufforderung kommt, wenn ein Dritter der DENIC Ansprüche gegen die Domain glaubhaft macht und an den Inhaber zustellen will [4]. Benennt der Inhaber trotz Mahnung niemanden, darf die DENIC den Vertrag kündigen [4].
.eu
Die Endung .eu steht Bürgerinnen und Bürgern der EU-Staaten sowie Islands, Liechtensteins und Norwegens offen, unabhängig davon, wo sie wohnen. Registrieren dürfen außerdem Menschen, die in einem dieser Länder leben, auch ohne die Staatsangehörigkeit, und Organisationen mit Sitz dort [5].
Was die Endung für Google bedeutet
Google wertet eine Länderendung als deutliches Signal, dass eine Website für ein bestimmtes Land gedacht ist [2]. Eine .de-Domain gilt damit als Angebot für Deutschland. Das hilft, wenn deine Besucher in Deutschland sitzen, und kann hinderlich sein, wenn du später andere Länder erreichen willst.
Generische Endungen sind dagegen an keinen Ort gebunden. Willst du mit einer .com-Domain ein bestimmtes Land ansprechen, musst du das ausdrücklich angeben, etwa über hreflang oder über Adressen mit Sprach- und Landesteil [2]. Wie hreflang funktioniert, erklärt hreflang für mehrsprachige Websites auf seo.domain-root.de.
Für die neuen Endungen hat Google schon 2015 klargestellt, dass sie wie .com und .org behandelt werden. Ein Suchwort in der Endung bringt keinen Vorteil und keinen Nachteil im Ranking [6]. Auch regionale Endungen wie .berlin oder .bayern behandelt Google als generische Endungen, genauso wie .eu und .asia [6]. Heute gilt die Regel, dass Google jede Endung in der Rootzone als gTLD behandelt, sofern die ICANN sie nicht als Länderendung führt [2].
Vertrauen und Gewohnheit der Besucher
Neben der Suchmaschine zählt, was Menschen von einer Adresse erwarten. Nach einer Umfrage von Ipsos aus dem Dezember 2025, über die die DENIC berichtet, kennen 79 Prozent der Befragten .de ohne Hilfe und 97 Prozent mit Hilfe. 72 Prozent würden bei freier Wahl eine .de-Domain nehmen [7]. Im Juni 2026 wurde die 18-millionste .de-Domain registriert [7]. Die Zahlen stammen aus Mitteilungen der Registry selbst, zeigen aber, wie verbreitet die Endung in Deutschland ist.
Neue Endungen sind dagegen vielen Menschen weniger vertraut. Wer eine solche Adresse am Telefon nennt oder auf ein Plakat druckt, muss sie eher buchstabieren als eine .de-Adresse. Bei einem eingeführten Markennamen fällt das weniger ins Gewicht als bei einem neuen Projekt.
Kosten: worauf du bei Preisen achtest
Die Preise für Domains setzen die Registrare fest. Vergleich neben dem Preis für das erste Jahr auch die jährliche Gebühr für die Verlängerung, denn die zahlst du, solange du die Domain behältst. Für generische Endungen schreibt die ICANN vor, dass Registrare die Preise für die Verlängerung, für eine Verlängerung nach dem Ablauf und für die Wiederherstellung einer gelöschten Domain schon bei der Registrierung offenlegen und auf ihrer Website zeigen [8].
Bei Länderendungen gibt es solche einheitlichen Vorgaben nicht, dort gelten die Bedingungen der jeweiligen Registry. Was passiert, wenn eine Domain nicht rechtzeitig verlängert wird, steht unter Domain abgelaufen: Fristen und Rückholung.
Endungen mit Umlauten und anderen Schriften
Neben Endungen aus lateinischen Buchstaben gibt es Endungen in anderen Schriften, etwa die japanische Endung .みんな [6]. Im DNS werden sie wie Domains mit Umlauten in eine Zeichenfolge umgewandelt, die mit xn-- beginnt (Punycode). Google kann solche Endungen crawlen und indexieren und behandelt die Punycode-Form eines Hostnamens als gleichwertig zur lesbaren Form [6]. Du musst die beiden Schreibweisen also nicht gegenseitig weiterleiten. Für den Rest der Adresse, also Pfad und Parameter, empfiehlt Google UTF-8 [6]. Wie Umlaute in deutschen Domains funktionieren, erklärt Umlaut-Domains und Punycode.
Endung wechseln oder später ergänzen
Willst du eine bestehende Website auf eine andere Endung umziehen, behandelt Google den Wechsel auf eine neue Endung wie jeden anderen Umzug und verweist auf seine Anleitung dafür [6]. Google weist aber auch darauf hin, dass ein Domainwechsel Zeit braucht, bis er in der Suche verarbeitet ist, und dass Menschen erwarten, dass E-Mail-Adressen lange gültig bleiben. Google rät deshalb, gleich eine Domain zu wählen, die langfristig passt [6].
Praktisch heißt das: Die alte Domain bleibt nach dem Umzug registriert, jede alte Adresse leitet dauerhaft auf die neue weiter, und die alten E-Mail-Adressen nehmen noch eine Weile Post an. Wie Weiterleitungen aus Sicht der Suchmaschine wirken, steht auf seo.domain-root.de unter Weiterleitungen und SEO: 301, 302 und 410. Die technische Seite mit der .htaccess-Datei beschreibt Die .htaccess-Datei: Weiterleitungen und Regeln.
Welche Endung zu welchem Projekt passt
| Projekt | Naheliegende Endung | Grund |
|---|---|---|
| Betrieb, Verein oder Website für Besucher in Deutschland | .de | Länderendung mit klarer Zuordnung zu Deutschland, in Deutschland sehr bekannt |
| Angebot für mehrere Länder | .com oder eine andere gTLD | keine Bindung an ein Land, Ausrichtung über hreflang und Verzeichnisse je Sprache |
| Angebot für die EU | .eu | für Menschen und Organisationen in EU und EWR registrierbar, bei Google eine generische Endung |
| Projekt mit Bezug zu einer Stadt oder Region | .berlin, .bayern und ähnliche | erkennbarer Bezug für Besucher, bei Google ohne Ortsvorteil |
| Projekt mit Branchenbezug | .shop, .app, .blog und ähnliche | sprechende Adresse, kein Rankingvorteil, Verlängerungspreis prüfen |
Viele Betreiber sichern sich den Namen zusätzlich unter einer zweiten Endung und leiten diese auf die Hauptadresse um. Das schützt vor Verwechslungen. Rechtliche Fragen zu Namen und Marken behandelt Domain und Recht: Namensrecht, Marken und Streitfälle. Soll der Name Umlaute enthalten, lies vorher Umlaut-Domains und Punycode. Den Weg zur eigenen Domain beschreibt Domain registrieren: Ablauf, Registrar und laufende Kosten.

- Organisation Root Zone Database. IANA. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Managing multi-regional and multilingual sites. Google Search Central. Stand 10.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation New gTLD Program: 2026 Round. ICANN. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DENIC-Domainbedingungen (§ 3 Abs. 4, § 7 Abs. 2). DENIC eG. Stand Januar 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation What to know before registering a .eu domain name. EURid. Stand 19.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Google's handling of new top level domains. Google Search Central Blog. Stand 21.07.2015. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Digital milestone: .de domains break the 18-million mark. DENIC eG. Stand 09.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Expired Registration Recovery Policy, Abschnitt 4. ICANN. Stand aktualisiert 21.02.2024. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
DomainsUmlaut-Domains und PunycodeWie aus müller.de technisch xn--mller-kva.de wird, welche Zeichen bei .de erlaubt sind und was du bei E-Mail, Browsern und …
DomainsDomain registrierenWie du eine Domain registrierst oder eine vergebene kaufst, welche Regeln für Namen und Inhaberdaten gelten und welche …
DomainsDomain umziehenSo ziehst du eine Domain zu einem anderen Anbieter um: AuthInfo bei .de, Auth-Code und Sperrfristen bei .com, Vorbereitung …
HSTSHSTS weist Browser an, eine Website nur noch über HTTPS aufzurufen.