Content Delivery NetworksRatgeber
Was ist ein CDN? So arbeitet ein Content Delivery Network
Ein CDN (Content Delivery Network) ist ein Verbund von Servern an vielen Orten, die Kopien deiner Inhalte speichern und sie vom Standort in der Nähe des Besuchers ausliefern. Das verkürzt die Wege, entlastet deinen eigenen Server und fängt Lastspitzen ab. Dein Hosting ersetzt es nicht: Die Originaldaten liegen weiter auf deinem Server.

Ein Content Delivery Network, kurz CDN, ist eine Gruppe von Servern an vielen Orten. Diese Server halten Kopien von Daten bereit, damit jede Anfrage von dem Server beantwortet wird, der dem Besucher am nächsten liegt [1]. Für deine Website heißt das: Ein Bild, eine CSS-Datei oder ein Skript muss nicht jedes Mal von deinem Webserver in Frankfurt nach Lissabon oder Sydney reisen. Ein Rechenzentrum des CDN in der Nähe hat die Datei schon und schickt sie direkt.
Auf dieser Seite geht es darum, wie das technisch abläuft, was ein CDN bringt und was es nicht leisten kann. Welche Anbieter es gibt, steht im Vergleich der CDN-Anbieter.
Die Bausteine eines CDN
Drei Teile wirken zusammen. Der Ursprungsserver (englisch origin) ist dein eigener Webserver oder dein Hosting. Dort liegen die Originaldateien, dort laufen PHP, Datenbank und Anmeldung. Davor stehen die Randserver des CDN (edge servers), verteilt auf Standorte, die oft PoP heißen (Point of Presence). Und es braucht einen Weg, der den Besucher zum passenden Randserver führt, meist über das DNS.

Ein CDN ist im Sinne der HTTP-Norm ein gemeinsamer Zwischenspeicher. RFC 9111 nennt einen "shared cache" einen Speicher, der Antworten für mehr als einen Nutzer aufbewahrt; der Browser-Cache dagegen gehört nur einem Nutzer [6]. Aus dieser Unterscheidung ergibt sich, was ein CDN speichern darf.
Wie die Anfrage beim richtigen Server landet
Bei Cloudflare zum Beispiel übernimmt der Anbieter das DNS deiner Domain. Für Einträge, die über das Netz geleitet werden, gibt er eine Anycast-Adresse aus seinem eigenen Netz heraus [3]. Anycast bedeutet: Dieselbe Adresse wird an vielen Standorten angekündigt, und das Internet leitet jede Anfrage zum nächstgelegenen. Die echte Adresse deines Servers bleibt dabei für Besucher verborgen [3]. Andere Anbieter arbeiten mit einem eigenen Hostnamen wie cdn.deinedomain.de, der per CNAME-Eintrag auf das CDN zeigt. Wie CNAME-Einträge funktionieren, erklärt die Seite CNAME-Eintrag: wann er passt und wann nicht.
So läuft eine Anfrage über das CDN
- Der Browser fragt nach der Adresse deiner Domain und bekommt eine Adresse des CDN.
- Er verbindet sich mit dem nächstgelegenen Randserver.
- Hat der Randserver die Datei im Speicher und ist sie noch frisch, liefert er sie sofort aus. Das ist ein Cache-Treffer.
- Fehlt die Datei oder ist sie abgelaufen, holt der Randserver sie von deinem Server, schickt sie an den Besucher und legt eine Kopie ab.
- Der nächste Besucher in derselben Region bekommt die Kopie, ohne dass dein Server etwas davon merkt.
Wie oft Schritt 3 eintritt, misst die Trefferquote (cache hit ratio): Treffer geteilt durch alle Anfragen in einem Zeitraum. Ein neuer Cache beginnt bei 0 Prozent. Googles Entwicklerseite web.dev nennt 90 Prozent als gutes Ziel für die meisten Websites [2]. Unnötige Set-Cookie-Kopfzeilen und uneinheitliche URL-Parameter drücken die Quote, weil der Randserver dann viele Varianten derselben Datei für verschieden hält [2].
Was ein CDN zwischenspeichert
Was im Cache landet, steuert vor allem die Kopfzeile Cache-Control, die dein Server mitschickt. max-age gibt an, wie viele Sekunden eine Antwort frisch bleibt. s-maxage gilt nur für gemeinsame Caches wie ein CDN und geht dort vor max-age. private erlaubt das Speichern nur im Browser, no-store verbietet es überall [5]. Für Dateien, deren Adresse sich bei jeder Änderung ändert (zum Beispiel style.css?ver=4.2), empfiehlt MDN max-age=31536000 zusammen mit immutable, also ein Jahr Gültigkeit [5].

Viele CDNs haben zusätzlich eigene Grundregeln. Cloudflare speichert ohne weitere Einstellung nur Dateien mit bestimmten Endungen, etwa Bilder, Schriften, CSS und JavaScript. HTML und JSON speichert es nicht, ebenso keine Antworten mit Set-Cookie und keine mit private, no-store oder max-age=0 [4]. Wer HTML ausliefern lassen will, muss das ausdrücklich einrichten.
web.dev rät, statische Dateien lange zu speichern, etwa sechs Monate oder ein Jahr. Sogar dynamische Seiten lassen sich bei starkem Andrang für wenige Sekunden zwischenspeichern, was den Ursprungsserver spürbar entlastet [2]. Persönliche Inhalte gehören mit Cache-Control: private markiert und haben im CDN nichts zu suchen [2].
Was ein CDN bringt
Der kürzere Weg ist der offensichtliche Vorteil. Die Randserver stehen näher am Nutzer als dein Server, das verkürzt die Umlaufzeit jeder Anfrage. Dazu kommt, dass der Randserver die Verbindung zum Browser aufbaut und zum Ursprungsserver bereits offene Verbindungen nutzen kann [2]. Moderne Protokolle wie TLS 1.3 sparen beim Verbindungsaufbau eine Runde ein, was die Aufbauzeit laut web.dev um etwa ein Drittel senkt [2]. Viele CDNs bieten das an, auch wenn dein Server es selbst noch nicht kann.
Die Entlastung des Servers folgt aus der Trefferquote. Bei 90 Prozent Treffern erreicht nur noch jede zehnte Anfrage deinen Server. Das hilft bei plötzlichem Andrang, etwa wenn ein Beitrag in sozialen Netzwerken die Runde macht. Große Anbieter filtern außerdem Angriffe mit massenhaften Anfragen (DDoS), bevor sie dein Hosting erreichen. Cloudflare nennt den Schutz vor solchen Angriffen und die verborgene Server-Adresse ausdrücklich als Vorteil seines Aufbaus [3].
Auch die Messwerte für Ladezeit profitieren. Die Zeit bis zum ersten Byte (TTFB) umfasst Weiterleitungen, DNS-Abfrage, Verbindungs- und TLS-Aufbau und die Wartezeit auf die Antwort. web.dev nennt 0,8 Sekunden oder weniger als guten Wert [7]. TTFB ist selbst kein Core-Web-Vitals-Wert, wirkt aber auf den Largest Contentful Paint. Was das in Zahlen heißt, steht auf der Seite Was ein CDN für Ladezeit und Core Web Vitals bringt. Die SEO-Seite dazu findest du unter Core Web Vitals: LCP, INP und CLS verbessern.
Grenzen eines CDN
Ein CDN beschleunigt das Ausliefern fertiger Dateien. Wie schnell dein Server eine Seite erzeugt, bleibt gleich: Braucht deine Datenbank zwei Sekunden für eine Abfrage, wartet der Randserver bei jedem Cache-Fehlschlag genauso lange. Ein langsames Shopsystem bleibt langsam, solange die Seiten nicht im Cache liegen dürfen.

Auch die Reaktionszeit im Browser ändert ein CDN kaum. Der Wert INP misst, wie schnell eine Seite auf Klicks und Eingaben reagiert, und das hängt am JavaScript, das im Browser läuft. Ein CDN bringt das Skript schneller zum Nutzer, ausführen muss es der Browser trotzdem.
Ein CDN ersetzt kein Hosting. Es speichert Kopien, die Originale und alles Dynamische bleiben auf deinem Server. Fällt dieser aus, können manche Anbieter noch eine Weile alte Kopien zeigen, Formulare und Anmeldungen funktionieren dann aber nicht. Die Aufgabenteilung erklärt die Seite CDN oder Hosting: wer macht was?.
Schließlich ist ein CDN ein weiterer Dienstleister, der Anfragen deiner Besucher sieht, darunter deren IP-Adressen. Das gehört in die Datenschutzerklärung und braucht einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Sitzt der Anbieter außerhalb der EU, kommen die Regeln für Drittlandübermittlungen hinzu. Mehr dazu unter CDN und DSGVO.
Wann sich ein CDN lohnt
Am deutlichsten wirkt ein CDN, wenn deine Besucher weit vom Server entfernt sind, wenn viele große Dateien wie Bilder oder Videos ausgeliefert werden oder wenn es immer wieder Lastspitzen gibt. Auch bei Angriffen auf die Erreichbarkeit hilft ein großes Netz, weil es den Verkehr auf viele Standorte verteilt.
Weniger bringt es bei einer regionalen Website mit Server in Deutschland und Besuchern aus Deutschland. Dort ist der Weg ohnehin kurz, und gutes Caching auf dem eigenen Server bringt oft mehr. Ob kostenlose Einstiegstarife für dich reichen, zeigt die Seite Kostenlose CDN-Angebote und ihre Grenzen.
Für den Einstieg gibt es zwei Wege. Beim ersten läuft die ganze Domain über das CDN, du stellst dafür die Nameserver oder einzelne DNS-Einträge um. Beim zweiten legst du eine eigene Subdomain für Bilder, CSS und Skripte an, die als Pull-Zone auf deinen Server zeigt, und lässt die Adressen dieser Dateien im HTML umschreiben. Der zweite Weg greift weniger tief ein, beschleunigt aber nur die statischen Dateien. Beide Varianten Schritt für Schritt beschreibt die Seite CDN einrichten in sieben Schritten.
Begriffe rund ums CDN
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Origin | Dein eigener Server mit den Originaldaten |
| Edge, PoP | Randserver und Standorte des CDN |
| Cache-Treffer | Die Datei liegt frisch im Randserver und wird ohne Rückfrage ausgeliefert |
| TTL | Wie lange eine Kopie als frisch gilt |
| Purge | Kopien vor Ablauf gezielt aus dem Cache löschen |
| Pull-Zone | Das CDN holt Dateien bei Bedarf selbst vom Origin |
Das gezielte Löschen ist im Alltag wichtig: Wenn du ein Bild austauschst oder einen Fehler korrigierst, sorgt ein Purge dafür, dass die alte Fassung sofort aus allen Standorten verschwindet. web.dev beschreibt das Löschen über Markierungen (cache tags), mit denen sich ganze Gruppen von Dateien auf einmal entfernen lassen [2].
- Organisation CDN (Glossar). MDN Web Docs, Mozilla. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Content delivery networks (CDNs). web.dev, Google. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation How Cloudflare works. Cloudflare, Inc.. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Default cache behavior. Cloudflare, Inc.. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Cache-Control header. MDN Web Docs, Mozilla. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz RFC 9111: HTTP Caching. IETF. Stand 06/2022. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Time to First Byte (TTFB). web.dev, Google. Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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