E-Mail mit eigener Domain absichernRatgeber

Eigene E-Mails landen im Spam: Ursachen finden und beheben

Eigene Mails landen meist im Spam, weil SPF, DKIM oder DMARC fehlen oder falsch sind, weil der Server keinen passenden Reverse-DNS-Eintrag hat oder weil zu viele Empfänger die Mails als Spam melden. Prüf zuerst im Quelltext einer Testmail die Kopfzeile Authentication-Results. Gmail, Yahoo und Outlook.com stellen seit 2024 und 2025 feste Anforderungen an Absender.

Weiße, leere Umschläge fallen in einen dunklen Metalleimer neben einer sauberen Briefablage auf einem Bürotisch
Bild: KI-generiert

Deine Rechnungen, Antworten auf Anfragen oder der Vereinsnewsletter erreichen zwar das Postfach des Empfängers, aber nur den Spamordner. Dafür gibt es fast immer Gründe, die du als Absender beheben kannst. Ganz durchschauen lässt sich kein Spamfilter, und eine Garantie geben die Anbieter auch nicht: Gmail ignoriert Anfragen von E-Mail-Dienstanbietern, deren Absender auf eine Zulassungsliste zu setzen [1]. Die großen Postfachanbieter haben aber offengelegt, was sie von Absendern verlangen. Darauf baut dieser Ratgeber auf. Hast du als Empfänger zu viel Spam im Postfach, hilft dir Spam-Mails: woher sie kommen und was dagegen hilft.

Zuerst nachsehen, woran es liegt

Schick eine Testmail an Postfächer bei mehreren großen Anbietern und öffne dort den Quelltext. In Gmail heißt das "Original anzeigen". Such nach der Kopfzeile Authentication-Results. Dort steht für SPF, DKIM und DMARC jeweils ein Ergebnis wie pass, fail oder none [2].

Eine Frau in den Vierzigern hält eine Lupe über ein leeres Blatt Papier an einem Holzschreibtisch
Bild: KI-generiert
  • spf=fail oder spf=softfail: Der sendende Server steht nicht in deinem SPF-Eintrag.
  • dkim=none: Die Mail ist nicht signiert. dkim=fail: Die Signatur passt nicht, etwa weil ein System die Mail nach dem Signieren verändert hat.
  • dmarc=fail: SPF oder DKIM haben vielleicht bestanden, aber nicht mit der Domain aus deiner Absenderadresse.

Mit dem DNS-Check siehst du, welche TXT-Einträge deine Domain wirklich ausliefert. Wer regelmäßig an Gmail-Nutzer sendet, kann sich bei den Google Postmaster Tools anmelden. Sie zeigen unter anderem, ob Mails authentifiziert sind, wie oft Empfänger sie als Spam melden und welchen Ruf Domain und IP-Adresse haben [1].

Fehlende oder falsche Authentifizierung

Seit dem 01.02.2024 verlangt Gmail von allen Absendern mindestens SPF oder DKIM. Nicht authentifizierte Mails können als Spam markiert oder mit dem Fehler 5.7.26 abgelehnt werden [1]. Typische Fehler:

  • Ein Dienst fehlt im SPF-Eintrag, etwa der Onlineshop oder das Newsletterwerkzeug. Google schreibt, dass Mails von Drittanbietern, die nicht im SPF-Eintrag stehen, eher als Spam markiert werden [1].
  • Zwei SPF-Einträge: RFC 7208 erlaubt nur einen. Bei mehreren lautet das Ergebnis permerror [3].
  • Mehr als zehn DNS-Abfragen im SPF-Eintrag, etwa durch viele include-Angaben. Auch das führt zu permerror [3]. Wie du das vermeidest, steht unter SPF-Eintrag erstellen und prüfen.
  • DKIM ist nicht eingerichtet oder der Dienst signiert mit seiner eigenen Domain statt mit deiner. Mehr dazu unter DKIM einrichten.
  • Kein DMARC-Eintrag, obwohl du viele Mails verschickst.

Von Absendern mit mehr als 5.000 Mails am Tag verlangt Google außerdem, dass bei direkten Mails die Domain in der Absenderzeile zur SPF- oder zur DKIM-Domain passt [1]. Genau das prüft DMARC. Leitest du selbst Mails weiter, etwa von einer Vereinsadresse an private Postfächer, geht die Übereinstimmung oft verloren. Yahoo empfiehlt dafür das Verfahren ARC (Authenticated Received Chain), Microsoft ebenso: ARC hält die ursprünglichen Prüfergebnisse fest, damit weitergeleitete Mails nicht fälschlich aussortiert werden [4, 7]. Wie die drei Verfahren zusammenhängen, erklärt SPF, DKIM und DMARC im Zusammenspiel.

Reverse-DNS, TLS und der Ruf der IP-Adresse

Gmail und Yahoo verlangen, dass jede sendende IP-Adresse einen gültigen Reverse-DNS-Eintrag hat und der Hostname daraus wieder auf dieselbe IP-Adresse zeigt [1, 4]. Yahoo wünscht sich einen PTR-Eintrag, der die Domain erkennen lässt und nicht wie eine dynamisch vergebene Adresse aussieht [4]. Gmail verlangt zudem, dass Mails per TLS verschlüsselt übertragen werden [1]. Bei Mailanbietern ist das erledigt. Wer einen eigenen Server betreibt, prüft es am besten zuerst. Die Einzelheiten erklärt Reverse-DNS und PTR-Eintrag.

Teilst du dir eine IP-Adresse mit anderen Absendern, etwa bei einem günstigen Versanddienst, wirkt sich deren Verhalten auf deine Zustellung aus. Steht die Adresse auf einer Sperrliste im Internet, landen Mails eher im Spam [1]. Google nennt für diesen Fall die Fehlermeldung 550 5.7.1, wenn Nachrichten wegen einer gesperrten IP-Adresse abgelehnt werden [1].

Beschwerden und Spamrate

Jedes Mal, wenn ein Empfänger auf "Spam melden" klickt, zählt das gegen dich. Google empfiehlt, die in den Postmaster Tools gemeldete Spamrate immer unter 0,10 Prozent zu halten und 0,30 Prozent oder mehr unbedingt zu vermeiden. Eine hohe Rate führt dazu, dass mehr Mails als Spam eingestuft werden, und eine Besserung wirkt erst mit Verzögerung [1]. Yahoo nennt als Grenze ebenfalls 0,3 Prozent [4].

Eine Reihe gleicher Umschläge liegt auf einem Tisch, ein zerknitterter Umschlag liegt abseits
Bild: KI-generiert

Was die Rate senkt, steht bei beiden Anbietern ähnlich: Mails nur an Menschen schicken, die sie bestellt haben, die Anmeldung per Bestätigungsmail absichern und Empfänger entfernen, die nicht mehr lesen oder deren Adressen nicht mehr existieren [1, 4]. Yahoo rät ausdrücklich davon ab, Adresslisten zu kaufen oder Häkchen im Anmeldeformular vorab zu setzen [4]. Microsoft empfiehlt, ungültige und inaktive Adressen regelmäßig zu entfernen, etwa monatlich oder vierteljährlich [7].

Wer wissen will, welche Empfänger sich beschweren, kann sich bei Yahoo für die Complaint Feedback Loop anmelden. Voraussetzung ist, dass deine Mails per DKIM signiert sind. Du bekommst dann eine Kopie jeder Mail, die ein Yahoo-Nutzer als Spam meldet, und kannst die Adresse aus deinem Verteiler nehmen [4]. Yahoo rät außerdem, Werbemails nicht über dieselben IP-Adressen zu schicken wie persönliche Mails, Rechnungen oder Benachrichtigungen, weil jede IP-Adresse und jede DKIM-Domain ihren eigenen Ruf hat [4].

Newsletter ohne einfache Abmeldung

Wer sich nicht abmelden kann, klickt auf "Spam melden". Gmail verlangt von Absendern mit mehr als 5.000 Mails am Tag, dass Werbe- und Abo-Mails eine Abmeldung mit einem Klick unterstützen und im Text einen gut sichtbaren Abmeldelink haben [1]. Technisch geschieht das über die Kopfzeilen List-Unsubscribe und List-Unsubscribe-Post nach RFC 8058. Die Mail muss dafür eine gültige DKIM-Signatur tragen, die beide Kopfzeilen abdeckt [5]. Yahoo verlangt das Gleiche und erwartet, dass Abmeldungen innerhalb von zwei Tagen umgesetzt werden [4].

Eine offene Haustür und ein kleiner leerer Briefkorb auf einem Beistelltisch in einem hellen Flur
Bild: KI-generiert

Dazu kommt das Recht. Nach § 7 UWG ist Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers eine unzumutbare Belästigung. Ausnahmen gibt es nur in engen Grenzen für Bestandskunden, die bei jeder Mail auf ihr Widerspruchsrecht hingewiesen werden. Außerdem muss jede Werbemail eine gültige Adresse nennen, an die der Empfänger eine Abmeldung schicken kann [6]. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Wie ein Newsletter aussieht, den Leser gern bekommen, beschreibt Newsletter mit Inhalt statt Werbung.

Aufbau und Inhalt der Mail

Auch der Aufbau einer Mail fließt ein. Google verlangt Nachrichten nach dem Format RFC 5322 mit einer gültigen Message-ID und nur einer Adresse in der Absenderzeile. Betreff, Anzeigename und Kopfzeilen dürfen nicht täuschen, also zum Beispiel kein "Re:" vor einer Mail, die gar keine Antwort ist. In HTML darf kein Inhalt versteckt sein, und Links sollen sichtbar und verständlich sein, damit Empfänger wissen, was sie erwartet [1]. Im Anzeigenamen steht nur, wer schreibt, nicht der Betreff [1].

Testkampagnen, die Phishing nachahmen, solltest du laut Google nicht von deiner Domain aus verschicken. Sie können dem Ruf der Domain schaden und sie auf Sperrlisten bringen [1]. Google empfiehlt außerdem, regelmäßig im Websitestatus von Google Safe Browsing nachzusehen, ob deine Domain oder eine damit verknüpfte Domain als unsicher gelistet ist [1]. Das betrifft etwa eine gehackte Website, auf die deine Mails verlinken.

Was die großen Anbieter verlangen

AnbieterFür alle AbsenderFür Massenversender
Gmail (seit 01.02.2024)SPF oder DKIM, PTR, TLS, Spamrate unter 0,3 Prozentab mehr als 5.000 Mails am Tag: SPF und DKIM, DMARC mindestens p=none mit passender Domain, Abmeldung mit einem Klick
Yahoo (seit Februar 2024)SPF oder DKIM, PTR, Spamrate unter 0,3 ProzentSPF und DKIM, DMARC mindestens p=none, Abmeldung mit einem Klick, Umsetzung binnen zwei Tagen
Outlook.com (seit 05.05.2025)keine festen Vorgaben genanntab mehr als 5.000 Mails am Tag: SPF, DKIM und DMARC mindestens p=none

Die Angaben stammen aus den Absenderrichtlinien der drei Anbieter [1, 4, 7]. Microsoft lehnt Mails von Massenversendern, die die Anforderungen nicht erfüllen, mit dem Code 550 5.7.515 ab [7]. Auch wer weniger verschickt, sollte sich daran halten: Microsoft schreibt, dass alle Absender von diesen Verfahren profitieren [7].

Wenn Mails abgelehnt werden

Kommt eine Unzustellbarkeitsnachricht zurück, steht der Grund meist im Fehlercode. 5.7.26 bei Gmail bedeutet fehlende Authentifizierung, 550 5.7.1 eine gesperrte IP-Adresse oder bei IPv6 einen fehlenden PTR-Eintrag [1].

Schickst du zu viel auf einmal, lehnt Gmail Mails in der Regel mit dem Code 4.7.28 ab. Google rät dann, mindestens zehn Minuten nichts zu senden, mit einer einzigen Verbindung neu zu beginnen und die Zahl der Verbindungen langsam wieder zu erhöhen. Allgemein gilt: Kommen Mails zurück oder verzögert an, verringerst du die Menge, bis die Fehler zurückgehen, und steigerst sie danach langsam [1].

  1. Organisation Richtlinien für E-Mail-Absender. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation DKIM einrichten. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Gesetz RFC 7208: Sender Policy Framework (SPF), Abschnitte 3.2 und 4.6.4. IETF. Stand April 2014. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Sender Requirements and Recommendations. Yahoo. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz RFC 8058: Signaling One-Click Functionality for List Email Headers. IETF. Stand Januar 2017. abgerufen am 29.10.2026
  6. Gesetz § 7 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG): Unzumutbare Belästigungen. Bundesministerium der Justiz. Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Strengthening Email Ecosystem: Outlook's New Requirements for High-Volume Senders. Microsoft Tech Community. Stand 02.04.2025, ergänzt 29.04.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.